Aktion der Malteser zum Welttag der Armen

Altötting: Christian Hunneshagen (r.), Bernhard Barth (v.l.) und Anna Tonino waren mit dem LKW gekommen, um die Spenden an der Dienststelle in Altötting abzuholen. Beim Einladen halfen auch Dienststellenleiterin Elvira Dittler und ihr Ehemann Dieter. Foto: Krenn
Seniorentreff: Tagelang sortierten Seniorentreff-Leiterin Andrea Brodschelm (2.v.r.) und ihre Mitarbeiterinnen, hier Katharina Fuchs (r.) und Regina Abbas (3.v.r.), die Spenden, die unter anderem Anna Tonino (v.l.) sowie Ewald und Brigitte Anetzberger vorbeigebracht haben. Foto. Krenn

Passau/Altötting/Fürholz/Postmünster. Mit Aktionen zum Welttag der Armen, der diesmal unter dem Leitspruch „Streck dem Armen deine Hand entgegen“ stand, wollen die Malteser bundesweit ein Zeichen gegen Armut setzen. Zum ersten Mal haben sich auch die Passauer Malteser daran beteiligt. Unter dem Stichwort „Kälte-Hilfe“ riefen sie die Bevölkerung auf, warme Sachen für die Besucher der Passauer Bahnhofsmission, einer Einrichtung der Caritas in der Diözese Passau, zu spenden.

„Die Resonanz war einfach überwältigend. Damit hätte ich niemals gerechnet“, berichtet Referentin Soziales Ehrenamt Rosmarie Krenn, die das Ganze organisierte. Die Spendenbereitschaft der Bevölkerung war so groß, dass die Verteilung und Verwendung der Schlafsäcke, Wolldecken, Handschuhe, Mützen, Schals, Isomatten, Winterjacken, Pullover und Mäntel sowie Rucksäcke und Reisetaschen und vielem mehr zu einer Herausforderung wurde.

Dies fing schon mit der Abholung an den Abgabestellen an und endete noch lange nicht mit der Übergabe an die Vertreter der Bahnhofsmission. Zunächst machte sich Rosmarie Krenn mit drei Ehrenamtlichen und zwei Malteser-Bussen auf nach Schloss Thurnstein bei Postmünster, wo bei Ilona Gräfin von La Rosée Spenden abgegeben werden konnten. Die beiden Busse waren voll beladen, die Ware wurde schon von Seniorentreff-Leiterin Andrea Brodschelm und ihren Mitarbeiterinnen erwartet, die die Spenden in den folgenden Tagen im Treff sortierten.

Die Spenden, die nicht für die Bahnhofmission verwendet werden konnten, werden erst einmal im Malteserhaus in Hutthurm gelagert und beim nächsten Hilfsgütertransport ins ungarische Sopron gebracht, wo die Malteser vor allem aus der Bereitschaft Freyung-Grafenau mit den dortigen Maltesern eine jahrzehntelange Freundschaft verbindet und wo die Sachen sehr gut gebraucht werden können, weil es dort viele wirklich bedürftige Familien gibt.

Fast einen ganzen LKW voller Spenden holten die Malteser von der Dienststelle in Altötting ab. Auch dort gaben sich am Abgabetag und teilweise auch schon lange davor die Menschen die Klinke in die Hand, um ihre Ware bei Dienststellenleiterin Elvira Dittler abzugeben. Dann ging es weiter in den Seniorentreff, wo der LKW vollends beladen wurde, und von dort ins Zwischenlager nach Hutthurm.

Im Landkreis Freyung-Grafenau beteiligte sich die Gruppe Fürholz an der Aktion, weitere Abgabestellen gab es in der Passauer Diözesangeschäftsstelle in Hacklberg sowie im Seniorentreff am Zwinger.

„Das alles unter einen Hut und an Ort und Stelle zu bringen, war wirklich ein Kraftakt“, sagt Rosmarie Krenn. Eines habe sich dabei wieder einmal gezeigt: „Wenn man bei den Maltesern um Hilfe bittet, bekommt man sie von allen Seiten.“ Der Leiter Einsatzdienste Claus Berger habe beispielsweise für den LKW für Altötting samt Fahrer und Beifahrer sowie die Lagermöglichkeit in Hutthurm gesorgt, Fahrdienstleiter Bernhard Kilger Fahrzeuge und Personal abgestellt, bei Gräfin La Rosée die ganze Familie beim Einladen mit angepackt und vieles mehr. „Zum Schluss haben 40 Malteser aus dem Haupt- und Ehrenamt mit angepackt, bei denen ich mich von ganzem Herzen bedanke. Und natürlich auch bei den vielen, vielen Spendern“, so Rosmarie Krenn weiter. „Sie können sicher sein, dass ihre Spenden auch wirklich dort ankommen, wo sie gebraucht werden.“

Nun kamen die Leiterin der Bahnhofsmission Angelika Leitl-Weber und ihr ehrenamtlicher Mitarbeiter Dr. Gerhard Moos in den Seniorentreff, um die Spenden abzuholen. Auch Angelika Leitl-Weber sprach ihren Dank an alle Beteiligten aus. „Wir freuen uns ganz außerordentlich, besonders, dass Frau Krenn von sich aus auf mich zugekommen ist. Das zeigt, dass die Bahnhofsmission ein Teil unserer Gesellschaft ist. Die Spenden reichen aus, dass wir gut über den Winter kommen“, betonte sie. Die Ware würde sehr gut gebraucht werden. Allein zehn Decken würden täglich ausgegeben. „Am Tag haben wir 30 bis 60 Kontakte. Die Spenden werden bestimmt gleich Verwendung finden. Wir werden sie sofort an unsere Besucher weitergeben.“

Die Spenden, für die die Bahnhofsmission aus Platzgründen keine Verwendung hat, werden ebenfalls in das Ungarnlager nach Hutthurm gebracht.

Selbstverständlich haben die Malteser bei der gesamten Aktion sorgfältig darauf geachtet, dass die geltenden Abstands- und Hygieneregeln eingehalten wurden. Angelika Leitl-Weber berichtete, wie dies zurzeit in der Bahnhofsmission gehandhabt wird. „Wir versorgen unsere Besucher über ein großes Außenfenster. Unsere Mitarbeiter stehen draußen und reden mit ihnen. Der so wichtige Kontakt ist also auch in diesen Zeiten da.“