Karl-Heinz Reimeier zu Gast

Foto: Friedsam

Passau/Grafenau. Ein Mann und ein rappelvoller Malteser Seniorentreff mit lauter Frauen: So sah es aus, als der Volks- und Heimatkundler, Heimatpfleger des Landkreises Freyung-Grafenau und Autor Karl-Heinz Reimeier aus Grafenau (Foto) dort Geschichten zum Thema „Wenn’s weihrazd“ erzählte.

Seniorentreff-Leiterin Andrea Brodschelm (Foto) begrüßte „zu einem besonderen Nachmittag.“ Und der wurde es auch. Karl-Heinz Reimeier verstand es, die Damen bei Kerzenschein zum Gruseln und zum Lachen zugleich zu bringen. Ganz gebannt hörten sie ihm zu. Zu Beginn erklärte er: „Passau ist meine zweite Heimat.“ Denn er habe viele Schuljahre hier verbracht.

„Jetzt ist genau die Zeit, in der diese Geschichten passen, wenn es bald dunkel wird. Sie wurden früher in der guten Stube erzählt“, sagte der ehemalige Lehrer. Seine Geschichten seien alle nicht einhundert Jahre alt oder älter. „Die Geschichten, die ich heute erzähle, die passieren heute.“

Und dann legte er los. Dabei ging es um Dämonen und Geister, arme Seelen und Fegefeuer, um Raben und den Teufel, „der in vielerlei Gestalten erscheint.“ Und um die Drud, die manchen gar so sehr drückt. Teils amüsierten, teils gruselten sich die Zuhörerinnen, als Karl-Heinz Reimeier ganz genau berichtete, wie das vor sich geht. Und erleichtert hörten sie, welch verschiedene Mittel es gibt, sich vom Drudenfluch zu lösen.

Zwischendrin spielte er immer wieder eine Strophe des Geisterliedes von Paul Friedl, auch bekannt als Baumsteftenlenz, und begleitete sich selbst dazu auf der Gitarre.