Kleider-Sortiererin verletzt sich schwer

Im Sortierbetrieb von FWS wird jeder Sack per Hand geöffnet. Sind darin Sachen, die nicht hineingehören, können schwere Verletzungen die Folge sein, wie jüngst wieder geschehen. Foto: FWS

Diözese Passau/Bremen. Seit vielen Jahren arbeiten die Passauer Malteser mit der Firma FWS in Bremen in Sachen Altkleider-Wiederverwertung zusammen. Aus aktuellem Anlass appellieren beide Seiten an die Bevölkerung, auch wirklich nur gebrauchte und tragfähige Kleidung in den Containern zu entsorgen. Was geschehen kann, wenn sich vermeintliche Spender nicht daranhalten, zeigt ein Vorfall aus der jüngsten Vergangenheit, der betroffen macht.

Ist es Gedankenlosigkeit, Bequemlichkeit oder etwas anderes? Auf jeden Fall ist es alltägliche Praxis: In und vor den 139 Altkleider-Containern mit Malteser-Aufschrift, die über die ganze Diözese verteilt sind, wird auch immer wieder Müll entsorgt. Ganz schlimm war es im vergangenen Frühjahr und die Verantwortlichen befürchten, dass es in diesem Jahr nicht viel besser werden könnte.

„In den letzten Monaten können wir einen deutlichen Anstieg von Fremd- und Störstoffen bei den Containern unserer caritativen Partner feststellen Wir möchten die Bürger aufwecken und appellieren an sie, die Container bitte nicht zu missbrauchen und sie nicht mit Renovierungs- oder Gartenabfällen oder ähnlichem zu füllen“, bittet Florian Fauler, Organisationsleiter Erfassung bei FWS. In Passau etwa seien Eternitplatten oder Spielsachen vor den Containern keine Seltenheit, wie die Malteser berichten. Hier fallen nicht nur zusätzliche Kosten für die Entsorgung an. Diese Umweltsünder können darüber hinaus die Urheber schwerer Verletzungen sein.

Florian Fauler berichtet, was geschehen kann, wenn solche Stoffe im Altkleider-Container landen: „Eine unserer Mitarbeiterinnen, die in der Kleidersortierung eingesetzt ist, hat sich eine tiefe, schwere Schnittwunde an der Hand zugezogen. In einem der Säcke, der nachweislich von einem Malteser-Container aus dem Raum Passau kam, befand sich ein Teil einer Fensterscheibe, die mit bloßem Auge nicht erkennbar war.“ Per Hand werde bei FWS jeder Sack geöffnet, jedes gespendete Kleidungsstück begutachtet und in 320 verschiedene Kategorien sortiert, so Florian Fauler weiter.

Die Verletzung der Mitarbeiterin macht die Passauer Malteser und Florian Fauler sehr betroffen. Ein Einzelfall sei dies leider nicht. „Wir hoffen, dass sie keine bleibenden Schäden zurückbehält und dass sie ihre Arbeit wieder aufnehmen kann“, sagt der FWS-Mann. Doch sicher sei dies leider nicht.

Um so schwere Verletzungen und auch andere unliebsamen Zwischenfälle in Zukunft zu vermeiden, nochmals der eindringliche Appell an die Bevölkerung: Bitte nur tragfähige Kleidung in die Altkleider-Container einwerfen. Weitere Informationen dazu gibt Jasmin Arnoschi von den Maltesern, Tel. 0851/95666-42, E-Mail Jasmin.Arnoschi@malteser.org

Auch der BR hat darüber berichtet, hier geht es zum Artikel: 
https://www.br.de/nachrichten/bayern/glasscheibe-in-kleidercontainer-sortiererin-schwer-verletzt,SSevQya