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Malteser Passau

Lieben, unterstützen, helfen und zum Segen werden

Malteser Wallfahrt nach Lourdes

12.06.2018
Ewald und Brigitte Anetzberger (hinten v. r.) zusammen mit Anna Tonino, Wallfahrtsleiterin Rosmarie Krenn sowie Anton Sebald (vorne) und Bettina Klemm am freien Nachmittag. Im Hintergrund die Grotte und die Maria-Empfängnis-Basilika.
Die Passauer Gruppe mit dem geistlichen Leiter Stadtpfarrer Johannes B. Trum (2. Reihe 7. v. r.) und Wallfahrtsleiterin Rosmarie Krenn (2. Reihe r.) sowie einige andere Teilnehmer des Pilgerbüros vor der Rosenkranzbasilika.
Ein Teil der Passauer Pilgergruppe mit Wallfahrtsleiterin Rosmarie Krenn (kniend Mitte), im Hintergrund die Grotte. Fotos: Malteser
Anna Tonino (Mitte) zusammen mit Brigitte und Ewald Anetzberger beim Holen von Lourdes-Wasser.
Besonders stolz waren Sylvia Seidl (v.r.), Brigitte Anetzberger und Rosa Roßmeier, dass sie bei der Internationalen Messe im Chor mitsingen durften.
Sylvia Seidl (hinten r.) und Gerda Windorfer (vorne links) mit Karl Fischnaller und Anna Tonino vor der Basilika. Fotos: Krenn

Passau. Anlässlich ihres Jubiläums „60 Jahre in der Diözese Passau“ veranstalteten die Malteser in Zusammenarbeit mit dem Bayerischen Pilgerbüro eine Wallfahrt nach Lourdes. Frohen Mutes und neu gestärkt für die Herausforderungen und Sorgen des Alltags kam die Gruppe kürzlich zurück, um von Passau aus wieder an ihre Heimatorte in allen Himmelsrichtungen gebracht zu werden.

Fünf Tage lang waren die Pilger aus Stadt und Landkreis Passau sowie den Landkreisen Freyung-Grafenau, Deggendorf, Rottal-Inn und sogar aus München in Lourdes und wuchsen während dieser Zeit zu einer eingeschworenen Gemeinschaft zusammen. Am ersten Nachmittag feierten sie mit dem geistlichen Leiter der Wallfahrt, Stadtpfarrer und Malteser Diözesanseelsorger Johannes B. Trum, einen Eröffnungsgottesdienst in St. Joseph und konnten sich danach ein erstes Bild vom Heiligen Bezirk machen.

Ausgeruht von den Strapazen des Anreisetages – viele Pilger wurden bereits um 3.00 Uhr morgens oder noch früher von den Maltesern zu Hause abgeholt -  nahmen sie am Gottesdienst an der Grotte teil, den Stadtpfarrer Trum mit zelebrierte. „Das Tröstliche an Lourdes ist, dass Maria diesen Ort ausgesucht hat, um den Menschen nahe zu sein und ihnen Gutes zu tun“, erklärte dabei der Hauptzelebrant Ulrich Neymeyr, Bischof von Erfurt, der auch die Passauer Gruppe namentlich begrüßt hatte. Nachmittags beteten die Pilger trotz Regen und Wind in der Nähe der Grotte einen Kreuzweg und am Abend nahmen sie erstmals an der beeindruckenden Lichterprozession teil.

Sie durften sich dabei ganz vorne im langen Zug einreihen, noch vor der Madonnenstatue, wobei Karl Fischnaller die Fahne der Diözese Passau des Pilgerbüros trug. Viele der Passauer Pilger nahmen auch an den kommenden Tagen an der Prozession teil. Sie hatten auch die große Ehre, mehrmals die Madonnenstatue mitzutragen und einmal vier der Lichterstangen, die den Gläubigen den Weg weisen. Es war jedes Mal hochemotional und berührend, mittendrin zu sein, wenn vielsprachig gebetet und gesungen wurde.

Der dritte Wallfahrtstag begann mit der Internationalen Messe in der unterirdischen Basilika Pius X, die 25.000 Besucher fasst. Es zelebrierte zusammen mit zahlreichen Geistlichen, darunter natürlich auch Stadtpfarrer Trum, der Erzbischof von Lyon, Philippe Kardinal Barbarin.

Die Helferin Sylvia Seidl aus Pocking ist immer dabei, wenn die Malteser auf große Wallfahrt gehen. In Lourdes war sie zum ersten Mal: „Ich warte schon seit Jahren darauf und hätte schon mehrmals die Möglichkeit gehabt, mit anderen Gruppen hierher zu kommen. Aber ich wollte nur mit meinen Maltesern nach Lourdes“, erklärt sie. „Sehr beeindruckt“ ist sie von dem Wallfahrtsort. „Es ist der Wahnsinn. Der Regen macht gar nichts aus. Dass du bei der Lichterprozession gleich vorne hinter dem Kreuz stehst, das hast du mit keiner anderen Gruppe. Und beim Internationalen Gottesdienst waren wir im Chor wieder ganz vorne. Das haben wir uns nicht ausgesucht. Das ist mir so nahe gegangen wie 2015 beim Papst in Rom. Ich hatte ein Kribbeln bis in die großen Zehen. Es ist unbeschreiblich und es kam auch die eine oder andere Träne der Rührung.“ Seit 39 Jahren ist Sylvia Seidl Malteserin mit Leib und Seele: „Ich täte alles für sie. Wir sind eine große Familie, einer für alle, alle für einen“, bekräftigt sie. Ihr Wahlspruch ist: „Reden ist Silber, helfen ist Gold.“

Von einer Familie spricht auch Gerda Windorfer, wenn sie ihre Eindrücke beschreiben soll. Wie viele der Pilger war sie zum ersten Mal in Lourdes und ist wie ebenfalls ein großer Teil der Gruppe auch zum ersten Mal geflogen. Die 84-Jährige aus Waldkirchen erklärt: „Wir sind eine Familie. Jeder hilft dem anderen. Man ist nicht alleine. Von den Gottesdiensten mit Pfarrer Trum nehme ich viel mit. Aus seinen Predigten schöpfe ich viel Kraft.“ Sie erzählt auch von ihrem ersten Flug: „Vorher hatte ich große Angst. Aber das Fliegen war so schön. Links und rechts von mir saß eine Malteserin und sie haben mich an den Händen gehalten. Das hat mir sehr geholfen.“ Sie ermuntert : „Wenn man etwas will, muss man sich überwinden. Meine Leute haben gesagt: Mit den Maltesern kannst du mitfahren. Ich würde es bereuen, wenn ich es nicht getan hätte. Mit den Maltesern kann ich es nur jedem empfehlen, weil man gut aufgehoben ist. Ich fahre wirklich von Herzen gerne mit und freue mich auf jeden Ausflug“ Gerda Windorfer war schon 2015 in Rom dabei, allerdings war es damals eine Busreise. Auch bei den Tagesfahrten der Malteser gehört sie zum festen Stamm.

Der Nachmittag des dritten Tages stand zur freien Verfügung. Viele nutzten die Zeit, um im Heiligen Bezirk zu sein, die Bäder zu besuchen oder sich mit Lourdes-Wasser und Andenken einzudecken. Später ging es gemeinsam zur Sakramentsprozession, die wegen des schlechten Wetters wieder in der unterirdischen Basilika stattfand.

Der nächste Tag war wieder von großen Emotionen geprägt, bot aber auch Raum zum Entspannen, vor allem für die Helferinnen und Helfer, denen in Lourdes vieles abverlangt wurde. In der Kapelle St. Maximilian Kolbe feierten die Pilger einen Gottesdienst, bei dem Stadtpfarrer Trum das Sakrament der Krankensalbung spendete, dabei tröstende und aufbauende Worte fand: „Menschen, die materiell alles haben, kommen öfter zu mir und erzählen vor ihrer Krankheit, der Lieblosigkeit. Denn es gibt nicht nur Krankheiten des Leibes, sondern auch der Seele. Das Geheimnis des Kreuzes, das so viel Trost spendet, ist im Grunde die Liebe.“ Er ermunterte die Gläubigen: „Wenn sie spüren, ich könnte die Stärkung des lieben Gottes brauchen, dann sind sie herzlich eingeladen, dieses wunderbare Geschenk Gottes auch zu erfahren.“ Dies sei kein Sterbesakrament und er versuche damit, Leben und Aufrichtung zu spenden. Die Einladung nahmen die Gläubigen gerne an. Auch dieser Gottesdienst mit Stadtpfarrer Trum gab den Pilgern sehr viel Kraft und Trost in ihren Leiden und Sorgen.

Für viele von ihnen waren die Feiern mit dem Geistlichen die Höhepunkte der Wallfahrt. Eine Teilnehmerin berichtet: „Für mich war es die Kreuzwegandacht, bei der Stadtpfarrer Trum den Text auf dem Pilgerbuch mit seinen persönlichen Gedanken ergänzte.“ Die Predigten von Stadtpfarrer Trum haben einer anderen Pilgerin besonders viel gegeben: „Jetzt sehe ich so manches anders und kann es besser verstehen“, erklärt sie. Sogar bei der Segnung der Rosenkränze, Kerzen und anderer Gegenstände, die die Pilger mit nach Hause nahmen, in der nüchternen Hotellobby gelang es dem Priester mitten im Abreisegetümmel, für einige Augenblicke eine feierliche und würdevolle Atmosphäre zu schaffen.

Am Nachmittag des vierten Tages ging es zum Lac des Lourdes, einem See in der Nähe. Hatte sich der Himmel in den letzten Tagen bestenfalls bedeckt gezeigt, so strahlte die Sonne bei dem Ausflug, gerade so, als wäre sie extra bestellt worden. Die Stunden der Entspannung genossen die Pilger sichtlich, es war das ideale Kontrastprogramm.

Mit ihren roten Pilgertüchern mit den achtspitzigen Kreuzen war die Maltesergruppe unter tausenden von Menschen fünf Tage lang allgegenwärtig und präsent in Lourdes. So sehr, dass ein Englisch sprechender Kirchenmann sich wunderte und es gar nicht glauben konnte, als er erfuhr, dass die Gruppe aus „nur“ 41 Personen bestand.

Kein Wunder dass die Passauer auffielen, waren sie doch sehr oft ganz vorne dran. „Ohne die Malteser hätte ich das alles niemals erleben dürfen.“ Die Augen von Ewald Anetzberger aus Untergriesbach strahlen, als der das sagt. Er durfte bei der Lichterprozession gleich zwei Mal die Mutter-Gottes-Statue mittragen, war außerdem als Kommunionhelfer bei der Internationalen Messe eingesetzt. Seine Frau Brigitte stimmt ihm aus vollem Herzen zu. Sie sang zusammen mit Sylvia Seidl und Rosa Roßmeier aus Ruhstorf bei diesem Gottesdienst im Chor mit.

Dass auch die schönste Reise einmal zu Ende geht, realisierten die Pilger spätestens beim Abschlussgottesdienst, der wie schon die Eröffnungsmesse in St. Joseph stattfand. „Heute feiern wir das Hochfest des Heiligsten Herz Jesu“, erklärte Stadtpfarrer Trum zu Beginn. „In dieser Symbolik des Herzens feiern wir den Sitz des Lebens, der Person, der Liebe. Das Wasser aus der Quelle, die Bernadette ausgegraben hat, soll ein Symbol dafür sein, dass diese Liebe Gottes strömt wie lebendiges Wasser.“

Angesichts der vielen schönen Erlebnisse an den Wallfahrtstagen werden sich die Pilger sicherlich die letzten Worte von Stadtpfarrer Trum beim Abschlussgottesdienst zu Herzen nehmen: „Liebt einander, unterstützt euch, helft euch und werdet so zum Segen für die Welt.“

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