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Malteser Passau

„Mobilität bedeutet Lebensqualität“

Josef Winderl von der Verkehrswacht im Seniorentreff

05.10.2018
Foto: Krenn

Passau. Über Mobilität und Verkehrssicherheit im Alter sprach Josef Winderl (Foto 2.v.r.) von der Verkehrswacht Passau kürzlich im Malteser Seniorentreff vor einer fast ausschließlich weiblichen Zuhörerschaft. Dabei verstand er es, dieses an sich trockene Thema lebhaft und oft auch humorvoll aufzubereiten und er lockerte seinen Vortrag mit vielen Beispielen aus der Praxis auf.

„Die Politik will, dass man sich selbst mit dem Thema beschäftigt, aber es wird leider wenig Gebrauch davon gemacht“, erklärte der einzige geprüfte Sicherheitstrainer nach dem Deutschen Verkehrssicherheitsrat (DVR) in Niederbayern. „Straßenverkehr betrifft uns alle. Egal, ob wir mit dem Auto oder mit dem Fahrrad unterwegs sind. Und wir nehmen als Fußgänger oder Rollatorschieber daran teil“, so Josef Winderl weiter.

„Wir alle hier haben das große Glück, dass wir noch mobil sind. Mobilität bedeutet Lebensqualität. Wir müssen mobil bleiben, so lange es irgendwie geht. Man sollte sich nicht gegen die Anschaffung eines Hörgerätes wehren, weil man damit auch den Verkehr besser wahrnehmen kann“, forderte er seine Zuhörer auf und ging dann auf ein frauenspezifisches Thema ein.

„Heute haben die Frauen ab 60 ein Problem. Weil immer der Ehemann das Auto gefahren hat, haben sie keine Fahrpraxis. Wenn man nicht fährt, kann man überhaupt nicht mehr fahren. Wenn man ein gewisses Alter hat und dann nicht mehr fährt, wird die Sache sehr problematisch. Denn dann traut man sich nicht mehr.“ Dann solle man ein paar Stunden nehmen, am besten bei einem Fahrerlehrer, den man gut kennt.

Schnell fahren könne jeder, so Josef Winderl. Das sei keine Kunst. „Das Auto zu beherrschen, das ist die Kunst.“ Er beklagte auch die Einstellung der Menschen im Straßenverkehr: „Man nimmt keinerlei Rücksicht mehr.“

Wenn jemand im Jahr nicht mehr als 3.000 Kilometer fahre, dann könne er nicht mehr fahren, weil ihm die Erfahrung fehle, so Josef Winderl. Zum Fahren sei auch nicht mehr geeignet, wer sich auf der Bundesstraße bei schönem Wetter nicht schneller als 60 Stundenkilometer fahren traut. Laut Statistik passieren bei bis 75-Jährigen nicht mehr Unfälle als bei 40-Jährigen, erklärte Josef Winderl. „Einiges kann man mit Erfahrung kompensieren und man sollte auch moderne Sicherheitssysteme in Fahrzeugen nutzen“, riet er den Besuchern.

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