Navigation
Malteser Passau

„Wichtiges historisches Ereignis in der Geschichte Soprons“

Malteser feiern 25 Jahre Partnerschaft

01.07.2019
Der Freyung-Grafenauer Kreisbeauftragte Ludwig Berger (v.l.) überreichte an Gruppenleiterin Teodora Tamas und Bürgermeister Dr. Tamás Fodor Jubiläumswappen. Foto: Malteser

FRG/Sopron (Ungarn). Seit vielen Jahren machen sich Malteser aus der Bereitschaft Freyung-Grafenau auf den Weg zu ihren Freunden ins ungarische Sopron. Meist sind es Hilfsgütertransporte, ein Mal im Jahr die Teilnahme an der dortigen Weihnachtsfeier. Gegenbesuche der ungarischen Malteser gehören natürlich auch dazu. Als sich kürzlich wieder eine Delegation aus dem Bayerischen Wald in die rund 350 km entfernte Stadt südwestlich des Neusiedler Sees aufmachte, hatte dies einen ganz besonderen Grund: Die Malteser aus Deutschland und aus Ungarn feierten ihre 25 Jahre bestehende Partnerschaft.

Zu dem Jubiläumsakt konnte die Gruppenleiterin der Soproner Malteser, Teodora Tamas, neben den Bayerwäldlern zahlreiche weitere Ehrengäste begrüßen. Sie blickte zurück: Nachdem es schon vorher gute Kontakte gegeben hatte, wurde die Partnerschaft schließlich mit einer Urkunde besiegelt. „Damals beschlossen die Mitglieder, die ehrenvolle Aufgabe zu erfüllen, die bestehende Partnerschaft und Freundschaft zu pflegen und aufrecht zu erhalten, einander zu unterstützen, die Arbeit nach bestem Wissen zu verrichten und den Malteser Hilfsdienst zu stärken“, erklärte die Gruppenleiterin.

Dieses Vorhaben sei seit 25 Jahren von beiden Seiten gewissenhaft und treu erfüllt und die guten, freundschaftlichen Beziehungen aufrechterhalten worden. Teodora Tamas bedankte sich bei Dr. László Fodor für die Knüpfung der Kontakte und seine ständige Hilfe. Der Soproner war viele Jahre lang bei den Maltesern im Landkreis Freyung-Grafenau aktiv und auch Diözesanarzt der Malteser Passau.

Bei diesen bedankte sie sich für die vielen Spenden, mit denen sie seit 25 Jahren die Bedürftigen und Kranken in der Stadt unterstützen. Ein Beweis für diese Dankbarkeit sei auch, dass der Bürgermeister und die Stadtführung von Sopron immer an den gemeinsamen Veranstaltungen teilnehmen und den Gästen aus FRG Unterkünfte zur Verfügung stellen. „Wir freuen uns immer über das Beisammensein und dass diese Tage immer gesegnete sind“, schloss die Gruppenleiterin ihre Festrede.

Bürgermeister Dr. Tamás Fodor zitierte den Wahlspruch der Malteser: „Wahrung des Glaubens und Hilfe den Bedürftigen.“ Die Gründungsväter hätten vor 900 Jahren unter dem Schutz des Glaubens etwas anderes verstanden, als dies heute der Fall sei und auch der Dienst für die Bedürftigen hätte damals einen anderen Inhalt gehabt. „Daraus ergibt sich aber nicht, dass der Spruch nicht mehr zeitgemäß ist“, betonte der Bürgermeister. „Es ist allgemein bekannt, dass die Malteser ihre Tätigkeit in Ungarn erst nach der Wende aufnehmen konnten, was in erster Linie deren Landesvorsitzendem Pater Imre Kozma zu verdanken ist.“

Das Jahr 1989 sei das Jahr der Wunder gewesen und so sei es auch in die Geschichtsbücher eingegangen, aber auch als wichtiges historisches Ereignis in die Geschichte Soprons. „Es war in der Reihe der historischen Ereignisse wichtig, dass es zum Partnerschaftsvertrag zwischen der Soproner Maltesergruppe und der von Freyung-Grafenau gekommen ist. Dr. Lázló Fodor hat dabei eine wichtige Rolle gespielt und die Partnerschaft initiiert“, erinnerte der Bürgermeister. Er wusste auch zu berichten, dass die damals schon seit fünf Jahren tätige Soproner Gruppe die aus Deutschland kommenden Spenden – Lebensmittel, Kleider, Schuhe, Bettwäsche, Spielzeug, Schul- und Sportgeräte sowie Musikinstrumente – an die Bevölkerung weitergeben konnte. „Besonders wichtig waren die medizinischen Hilfsmittel, die damals für die Krankenhäuser sehr notwendig waren“, sagte Dr. Tamás Fodor. Diese Hilfe war und ist nur möglich durch die Unterstützung der einheimischen Bevölkerung und vieler Organisationen und Institutionen.

Nicht nur die Erwachsenen, sondern auch die Jugend sei in Kontakt gekommen. So seien Sommercamps organisiert worden, in denen die ungarischen Kinder und Jugendlichen auch ihre deutschen Partner kennenlernen konnten. „Ich möchte mich bei all jenen bedanken, die aktiv an der symbolischen Brücke zwischen Sopron und Freyung-Grafenau bzw. Passau in den vergangenen 25 Jahren tätig waren. Ich wünsche eine erfolgreiche Fortsetzung dieser Kontakte. Alles Gute zum 25. Geburtstag.“

Der stellvertretende Diözesanleiter und Kreisbeauftragte für Freyung-Grafenau, Ludwig Berger, erinnert sich noch gut an die Zeit von vor 25 Jahren: „Nach längerer Vorbereitungszeit konnte am 28. Mai 1994 in Waldkirchen die Partnerschaft zwischen dem Malteser Hilfsdienst im Landkreis Freyung-Grafenau und dem Magyar Máltai in Sopron besiegelt werden.“ Viele gemeinsame Erlebnisse und Besuche hätten seither stattgefunden. „Ich denke dabei an die alljährlichen Nikolausaktionen und die schönen Weihnachtsfeiern hier bei Euch in Sopron. Gerne denke ich auch an die Diözesanwettbewerbe in der Diözese Passau, an denen Ihr oft teilgenommen habt.“ Auch auf gemeinsame Einsätze könne zurückgeblickt werden, und hier ganz besonders auf die Zeit beim Weltjugendtag 2005 in Köln.

„All diese Dinge hätten nicht geschehen können, wenn nicht auf beiden Seiten Frauen und Männer sich um diese Partnerschaft bemüht und sich in den Folgejahren um deren Erhaltung gekümmert hätten“, erklärte Ludwig Berger. Auf deutscher Seite sei das neben Dr. Lázló Fodor sein Vorgänger im Amt des Kreisbeauftragten, Richard Lankes, gewesen. Er wünscht sich, „dass diese langjährige Partnerschaft und die daraus entstandenen Freundschaften auch weiterhin – mindestens noch einmal 25 Jahre – bestehen bleiben.“

Im Anschluss an den Festakt ging es für die Jubiläumsgäste nach Sarród in die Silberreiher-Burg, wo Dr. Anikó Kárpáti-Ugron, die Soproner Initiatorin des Partnerschaftsvertrages, die Gäste erwartete.

 

Weitere Informationen

Unser Spendenkonto: Malteser Hilfsdienst e.V.  |  Pax-Bank  |  IBAN: DE08370601201201217993  |  BIC / S.W.I.F.T: GENODED1PA7