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Malteser Passau

„Es ist ein Geschenk, das Sie geben“

Verstärkung für den Besuchsdienst der Malteser

23.09.2019
Referentin Soziales Ehrenamt Rosmarie Krenn (kniend), ihr Mitarbeiter Jochen Wigge(6.v.r) sowie Diözesanausbildungsreferentin und Dozentin Tanja Petzi (r.) mit den ehrenamtlichen im Besuchsdienst, die nun bereit sind für ihr e neue Aufgabe.Foto: Tonino

Passau. „So viele Teilnehmer hatten wir noch nie bei einer Ausbildung im Besuchsdienst. Dass Sie sich an einem Samstag Zeit nehmen und noch dazu bei diesem schönen Wetter, das freut uns natürlich sehr.“ Diese Freude war Rosmarie Krenn, Referentin Soziales Ehrenamt bei den Maltesern, deutlich anzumerken, als sie am vergangenen Samstag die elf Teilnehmerinnen in der Diözesangeschäftsstelle begrüßte.

Dozentin Tanja Petzi, Diözesanausbildungsreferentin der Malteser und Fachkraft für Gerontopsychiatrie, gab den angehenden ehrenamtlichen Besucherinnen im Laufe des Tages das Rüstzeug in die Hand, das sie brauchen, um bei ihrer neuen Aufgabe Licht und Freude in das Leben einsamer Menschen zu bringen, aber auch, um selbst eine erfüllende Tätigkeit ausüben zu können. Denn das ist den Maltesern sehr wichtig: „Ihnen muss es dabei gut gehen“, betonte Rosmarie Krenn. Tanja Petzi ergänzte: „Sie bringen etwas mit, was die wenigsten Menschen haben: Zeit. Ihre Tätigkeit besteht darin, gemeinsam eine schöne Zeit zu verbringen. Ich möchte Ihnen einen Weg bereiten für den Besuchsdienst. Sie sollen auf alle Fälle Freude dabei haben. In erster Linie geht es darum, Zeit zu schenken, Freude zu vermitteln und die Menschen aus ihrer Einsamkeit zu holen. Es ist ein Geschenk, das Sie geben.“

Jochen Wigge, der Besucher und Besuchte zusammenführt, erzählte eine Geschichte, die er kürzlich erlebt hat: „Ich war vor einiger Zeit bei einer älteren Dame, die das mit den Besuchen anfangs nicht so recht wollte. Nun, nach ein paar Wochen, duzt sie ihre Besucherin, fährt mit ihr zusammen ins Café und die beiden haben die Besuchszeiten sogar schon verlängert.“

Die Dozentin wollte von den Teilnehmerinnen wissen, warum sie sich im Besuchsdienst engagieren möchten. Die Antworten waren sehr interessant. Da hieß es etwa: „Ich möchte der Gesellschaft etwas zurückgeben.“ Oder: „Ich möchte mit Menschen zusammen sein, die Lust haben, ihre Geschichte zu erzählen.“ Tanja Petzi versprach, dass sich diese Erwartungen bestimmt erfüllen werden: „Sie werden viele Geschichten hören, vor allem Lebensgeschichten.“

„Sprechen mit älteren Menschen“ war ein erster Schwerpunkt der Ausbildung. Die Grundhaltung in einem sinngebenden Gespräch sei es, einen kleinen Schritt von sich weg hin zum Anderen zu gehen und dem Gegenüber immer mit einer positiven Grundhaltung gegenüber zu treten, so Tanja Petzi. Depressionen war ein weiteres Thema: Was sind sie generell? Wie äußern sie sich? Welche Möglichkeiten der Unterstützung haben wir?

Großen Raum bei der Ausbildung nahm das Thema Demenz ein. Tanja Petzi ging darauf ein, was eine Demenz ist, welche kognitiven und psychiatrische Symptome sie hat und wie man im Alltag mit betroffenen Menschen umgeht und ihnen helfen kann. „Wir schauen nicht auf seine Defizite, sondern wir versuchen, Schwächen auszugleichen und Stärken zu betonen. Es gibt immer noch etwas, was er kann“, betonte Tanja Petzi.

Sie wies auch die Grenzen der Besucher auf. So verrichten sie beispielsweise keine pflegerischen und hauswirtschaftlichen Tätigkeiten. Schließlich ging es um Kommunikation und Gestaltungsmöglichkeiten der Besuche.

Hatte Rosmarie Krenn schon am Morgen ob der großen Teilnehmerzahl gestrahlt, so strahlte sie am Nachmittag mit der Sonne um die Wette. Denn alle Teilnehmerinnen haben sich schon zum Schluss der Ausbildung bereiterklärt, im Besuchsdienst mitzuarbeiten. „Das ist eine ganz große Freude für mich“, erklärte Rosmarie Krenn.

Die Besucherinnen sind jetzt gut gerüstet und stehen bereit. Wer in Zukunft regelmäßig von einer netten Dame Besuch bekommen möchte, sollte sich nicht scheuen und sich so bald wie möglich bei Rosmarie Krenn melden: Tel. 0851/95666-45 bzw. per Mail Rosmarie.Krenn(at)malteser(dot)org. Der Besuchsdienst ist kostenlos.

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