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Malteser Passau

„Menschen wie Sie machen den Unterschied in unserer Gesellschaft“

27. Diözesanversammlung der Malteser

12.03.2018
Malteser-Verantwortliche und Ehrengäste (v.l.): Kuratoriumsvorsitzender des Malteserstift St. Nikola Dr. Karl-Benedikt Freiherr von Moreau, Diözesangeschäftsführer Rainer F. Breinbauer, Diözesanleiter Georg Adam Freiherr von Aretin, Diözesanseelsorger Stadtpfarrer Johannes B. Trum, Landrat Sebastian Gruber, Bürgermeister Urban Mangold, stellvertretender Landrat Klaus Jeggle, die Landtagsabgeordneten Alexander Muthmann und Prof. Dr. Gerhard Waschler, stellvertretender Diözesanleiter und Kreisbeauftragter Freyung-Grafenau Ludwig Berger, Diözesanjugendsprecher Stefan Wagner und Stadt- und Kreisbeauftragter Passau Michael Behringer.

Waldkirchen/Passau. Einen beeindruckenden Tätigkeitsbericht für die Jahre 2016 und 2017 konnte Diözesanleiter Georg Adam Freiherr von Aretin bei der 27. Diözesanversammlung der Malteser im Gasthaus Boxleitenmühle in Werenain bei Waldkirchen vorlegen. Er zeigte, wie vielfältig und bunt die Aufgaben und Dienste der Hilfsorganisation sind. Außerdem standen bei der Mitgliederversammlung unter anderem Wahlen auf der Tagesordnung.

Nach der Diözesanjugendversammlung, die im Vorfeld stattgefunden hatte, feierte Diözesanseelsorger und Stadtpfarrer Johannes B. Trum zu Beginn des internen Teils mit den Maltesern einen Wortgottesdienst, in dem er den Gemeinschaftsgeist beschwor und das Besondere an den Maltesern hervorhob: „Wir helfen im Namen Gottes.“

Danach fanden unter Leitung von Finanzkurator Josef Höppler die Wahlen von zwei Helfervertretern in die Diözesanvorstandschaft statt, bei denen Eduard Schmid aus Hohenau und Helmut Ahollinger aus Tiefenbach in ihren Ämtern bestätigt wurden. Michael Walch aus Pocking wurde zum Stellvertreter gewählt. Delegierte für die Bundesversammlung sind nun Claus Berger aus Passau und Julia Schübl aus Salzweg, Eduard Maier aus Passau ist Ersatzmann. Die Prüfungskommission bilden Fritz Draxinger aus Waldkirchen, Thomas Friedsam aus Freyung und Anna Götz aus Wegscheid.

Neben zahlreichen Vorstandskollegen und der Malteser Familie konnte Baron Aretin zu Beginn des öffentlichen Teils als Ehrengäste auch den Passauer Bürgermeister Urban Mangold, Landrat Sebastian Gruber aus Freyung-Grafenau, den stellvertretenden Landrat Klaus Jeggle aus Passau sowie die Landtagsabgeordneten Alexander Muthmann und Prof. Dr. Gerhard Waschler begrüßen.

„Es ist mir eine Freude, Ihnen den Tätigkeitsbericht vorzutragen. Sie werden sehen, dass die Malteser in Passau sich in vielen Bereichen engagiert haben und tatkräftig in die Zukunft gehen“, erklärte der Diözesanleiter. Was folgte, war eine beeindruckende Auflistung von Tätigkeiten im Dienste am Nächsten.

Im Sozialen Ehrenamt konnte der Besuchsdienst, der in Passau in Kooperation mit fünf anderen Organisationen unter Federführung der Malteser seit zehn Jahren besteht, 2017 Jubiläum feiern. „Der Seniorentreff in Passau hat sich zu einem beliebten Treffpunkt entwickelt“, berichtete der Baron weiter. Seit 2017 bestehe das Projekt „Senioren werden digital“ in Zusammenarbeit mit der Malteser Jugend. Das MEB-Mobil, ein mobiler Bücherlieferdienst, wird von Passauer Bürgerinnen und Bürgern gut angenommen. Im Jahre 2016 wurde das Projekt Wunschoma ins Leben gerufen. Auch die Ausflugsfahrten-Familie war unterwegs. Einer der Höhepunkte war der Segnungsgottesdienst im Rahmen des Heiligen Jahres der Barmherzigkeit 2016 mit Bischof Stefan Oster. Bei der Wallfahrt nach Altötting 2017 gab es ein Wiedersehen mit dem Bischof.

Auch die Malteser Jugend könne eine beeindruckende Statistik vorweisen, so Baron Aretin weiter. Es gibt sieben Jungend- und junge Erwachsenengruppen in Pocking, Passau-Stadt, Motorrad (Passau), Karlsbach, Fürholz, Philippsreut sowie die Hochschulgruppe. Zusammen mit dem Schulsanitätsdienst werden im Jahr 600 bis 700 Kinder und Jugendliche erreicht.

Im Rahmen der Auslandshilfe wurden für die Partnergruppe im ungarischen Sopron mehrere Hilfsaktionen durchgeführt. Ein voller Erfolg war wieder die Nikolausaktion, bei der die Malteser aus FRG für hilfsbedürftige Kinder sammeln, die dann im Rahmen einer Weihnachtsfeier beschenkt werden.

In der Flüchtlingshilfe sind die Malteser ebenfalls aktiv. So konnten vier Helferkreise in Osterhofen, Hutthurm, Salzweg und Büchlberg installiert werden. Initiiert wurden unter anderem Begegnungscafés, Sprachpatenschaften oder eine Fahrradwerkstatt. „All diese Maßnahmen haben zum Ziel, die neuen Mitbürger in das Leben vor Ort zu integrieren“, erklärte Baron Aretin.

Auch in der Ausbildung, von jeher eine Kernaufgabe, sind die Malteser gut aufgestellt, wie der Diözesanleiter feststellte. Im Erste Hilfe- und sozialpflegerischen Bereich würden sehr viele Kurse angeboten, nicht nur in Passau, sondern auch in Hutthurm, Freyung, Pocking und in Altötting. Auch im Rettungsdienst wurden Aus- und Fortbildungen durchgeführt, wie etwa zu Einsatzsanitätern oder Rettungssanitätern.

Im Bereich der Diözese Passau betreiben die Malteser sieben Rettungswachen, zur Unterstützung des öffentlichen Rettungsdienstes gibt es ehrenamtliche Unterstützungsgruppen „UGRD“ in Fürholz, Haidmühle, Hutthurm und Passau.

„Beim größten und umfangreichsten unserer Dienste handelt es sich um den Behindertenfahrdienst“, erklärt Baron Aretin weiter. Hauptaufgabe ist es hier, die Kinder der St. Severin- und Don-Bosco-Schule in Passau zum Unterricht und wieder nach Hause zu bringen.

Die Entwicklung im Bereich des Schulbegleitdienstes hätte sich äußerst positiv gezeigt. Die Schulbegleiter helfen Kindern und Jugendlichen mit einer Behinderung beim Besuch einer Regelschule. Eine wertvolle Unterstützung im sozialen Miteinander seien auch der Hausnotruf und der Menüservice.

„Unsere Bemühungen, die Geschäftsstelle zu etablieren, verzeichnen langsam, aber sicher Erfolge“, erklärte Baron Aretin zur Dienststelle Altötting, die es seit 2014 gibt.

Eine der umfangreichsten Aufgaben im Ehrenamt ist der Sanitätsdienst bei Festen und Veranstaltungen und die Malteser sind auch in der Katastrophenhilfe im Einsatz, wie beim Hochwasser in Simbach am Inn im Jahr 2016.

Neben diesen zahlreichen Aktivitäten konnte Baron Aretin noch eine lange Liste an besonderen Ereignissen aufzählen, wie den Tag der offenen Tür anlässlich des 25-jährigen Jubiläums des Standortes in Passau-Hacklberg, oder das Fest 20 Jahre neue Rettungswache in Haidmühle und das 30-jährige Bestehen der Jugendgruppe Philippsreut.

Zum Schluss seiner Ausführungen ging Baron Aretin noch auf ein „für mich neues und sehr unerfreuliches Thema“ ein, wie er erklärte. Nicht nur die Malteser, sondern auch andere Organisationen hätten bei Einsätzen Probleme mit verbalen Beleidigungen und Übergriffen auf die Helfer. Besonders ärgerlich findet es der Diözesanleiter, dass „uns hier die Öffentlichkeit und scheinbar auch die Gerichte nicht helfen und unterstützen. Dagegen wird bei Klage gegen einen Drogen konsumierenden Angreifer diese abgewiesen, obwohl dieser unsere Helfer verletzt hat.“ Mit solchen Urteilen könne keine Ordnung oder Respekt gegenüber anderen erhalten oder herbeigeführt werden. Der Baron fand klare Worte: „Wenn man dann noch bedenkt, dass Richter üblicherweise 'im Namen des Volkes' ein Urteil sprechen und entscheiden, dann sollte den Damen und Herren mal eindeutig klargemacht werden, wer das Volk ist und was es denkt.“

Im Anschluss legte Diözesangeschäftsführer Rainer F. Breinbauer seinen Finanzbericht vor. „Dass wir unheimlich aktiv sind und immer weiterwachsen, das bekommt jeder mit“, erklärte er und belegte das mit seinen Zahlen, die einen soliden finanziellen Rahmen aufzeigen. Seinen Blick nach vorne richtete der Geschäftsführer unter anderem in Richtung Stärkung der Dienste und Struktur sowie Stärkung und Motivation der Ehrenamtlichen.

Sebastian Gruber, der auch für die anderen anwesenden Politiker sprach, fand anerkennende Worte: „Unsere Anwesenheit soll zeigen, dass die Politiker von der kommunalen bis zur Landesebene hinter Ihnen stehen.“ Gemäß dem Malteser-Motto „...weil Nähe zählt“ ginge es bei allen Aktivitäten um den zwischenmenschlichen Bereich. Ein „herzliches Vergelt's Gott“ sagte der Landrat „für die unwahrscheinlich wichtige Arbeit, die Sie mit Idealismus, Engagement und Herzblut leisten. Menschen wie Sie machen den Unterschied in unserer Gesellschaft aus. Schön, dass es Sie gibt.“

Wie schon den Beginn mit dem Wortgottesdienst, so gestaltete Pfarrer Trum auch den Abschluss der Versammlung, in dem er alle Malteser und ihre Gäste segnete.

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